Familien im Sportverein – davon profitieren beide Seiten!

Sport im Verein – ein Gewinn für Familien

Warum Sport treiben? Die Frage stellen sich heute die wenigsten Familien – weil sie die Antwort kennen. Kein Tag, an dem nicht von Bewegungsmangel, Übergewicht oder zu hohem Medienkonsum bei Kindern zu lesen wäre und Vorträge über Antriebsschwäche, Burn-Out oder Hyperaktivität gehalten würden. Kein Tag auch ohne Hinweis auf das Gegenmittel: auf den Sport, der Körper und Geist belebt, der Energien freisetzen als auch ableiten kann.

Aber warum soll der Sport im Verein stattfinden? Auch diese Frage müssen sich Familien nicht zweimal stellen. Sportvereine, fast alle, sind schlicht ein familiärer Ort. Erwachsene treffen Erwachsene, Kinder treffen Kinder, alle treffen alle, unabhängig von Alter, Fitness-Stand oder Leistungsziel. Und dabei tun alle etwas für sich. Während Vater oder Mutter zum Beispiel Ausdauer trainieren, leben Sohn oder Tochter nebenan Spaß am Spiel und Lust am Rennen aus – unter Aufsicht einer Person, die Kindersitter, Lehrperson und Gesundheitscoach in einem ist und sich Übungsleiter nennt.

Vereine sind Bewegungs- und Begegnungsräume. Und sie sind soziale Schulen, zu denen jeder und jede Zutritt hat: mit oder ohne Behinderung, mit oder ohne Übergewicht, mit deutscher Muttersprache oder einer anderen. Und: mit dickem oder weniger dickem Portemonnaie. So begreifen Kinder und Jugendliche nicht nur den Sinn von Regeln oder Rücksichtnahme und lernen Niederlage und Sieg kennen. Sie erkennen, dass „anders“ nicht „besser“ oder „schlechter“ bedeutet, und erleben Vielfalt als Gewinn.

Vereine bieten vor allem eines: Zusammengehörigkeit. Und zwar, dahin geht der Trend, auch innerhalb der Familie. Indem Vater und Tochter zusammen raufen, Mutter und Sohn Tischtennis spielen oder die ganze Familie zum Aquaball ins Becken springt, entsteht Kontakt der im Alltag seltenen Art. So festigen sich Beziehungen.

Die Familie im Blick – eine Plus für Vereine

Doch nicht nur Familien profitieren von dieser Partnerschaft. Ohne Familien wäre nahezu jeder Sportverein in Deutschland ärmer. Und wer da nur an Mitgliedsbeiträge denkt, denkt zu kurz. Erstens steuern Familien auch indirekt Einnahmen bei; wo spenden Eltern nicht Kuchen für Veranstaltungen und verkaufen sie noch? Zweitens bereichern sie die Vereine weit darüber hinaus.

Da sind die Chauffeurdienste der Erwachsenen bei Wettkämpfen, unbezahlt wie unbezahlbar. Oder ihre beruflichen Kontakte, die der Abteilung einen neuen Sponsor zutragen. Und je näher Vater und Mutter, Geschwister und Großeltern dem Verein stehen, umso tiefer bringen sie ihr organisatorisches, technisches oder sportliches Wissen ein. Die einen werkeln am Klubheim mit, andere texten für die Vereinszeitung, nicht wenige werden Trainerin oder Betreuer. Und alle zusammen treffen sich bei den Veranstaltungen, die nicht nur am Kuchenbuffet freiwillige Hilfe erfordern.

Ein Verein, der Nachwuchs fördert, braucht dessen Angehörige. Und er braucht Familien, die sich als Ganzes zu ihm bekennen. Denn wo Familien sind, ist Leben und Austausch mit dem sozialen Umfeld des Vereins. Natürlich muss der Verein diesen Austausch durch Netzwerke auch ermöglichen, besser noch gestalten, um die Zielgruppe zu erreichen.

Denn Familien von heute sind zwar flexibel, haben aber wenig Zeit. Sie legen Wert auf ein ebenso reichhaltiges wie leicht zugängliches Freizeit- und Bewegungsangebot. Indem Vereine mit Akteuren wie Schule, Familienbeauftragte und lokales Familienbündnis zusammenarbeiten, können sie Knotenpunkt solch eines Angebots werden und machen nicht nur sich, sondern auch die Kommune attraktiv. Zugleich verschaffen ihnen die Partner Kontakt zu möglichen neuen Mitgliedern.

Netzwerke machen familienfreundliche Angebote und Strukturen teils auch erst nutzbar. Wenn Kinder ganztägige Bildungseinrichtungen besuchen, kann das ihrer Teilnahme am Vereinstraining im Weg stehen – es braucht Abstimmung oder Zusammenarbeit. Laut aktuellem Sportentwicklungsbericht des DOSB sind viele Vereine bereits kommunal vernetzt. So haben einige Sportvereine zum Beispiel ein gemeinsames Angebot mit Schulen erarbeitet. Ein weiterer, auch qualitativer Ausbau solcher Verbindungen ist wichtig.

 
 

Sport für Alle Partner

Sport für Alle Partner