Erfolg mit Familie und Zwillingen

Foto: Pressefoto Engler

Seit 1996 hat die blinde Schwimmerin Daniela Schulte 59 Weltrekorde gebrochen. Seit 2003 ist die Berlinerin Mutter von Zwillingen. Ein perfekt abgestimmter Tagesablauf macht es möglich.

Es ist früh am Morgen. Alle verlassen das Haus. Der Ehemann geht zur Arbeit, die Zwillinge zur Schule. Zeit für die erste Trainingseinheit von Daniela Schulte am Olympiastützpunkt Berlin. Schwimmen und Landtraining stehen auf dem Programm. Mittags gegen 13 Uhr kommen dann die Kinder nach Hause. Die zweifache paralympische Siegerin ist längst wieder daheim und empfängt die beiden Jungen. Wenn nötig, hilft sie bei den Hausaufgaben.

Die Hilfe kommt an

Es wird nachmittags. Der Ehemann kommt um 15 Uhr nach Hause. Weil Daniela Schulte für das „TOP TEAM Londons 2012“ des Deutschen Behindertensportverbandes nominiert wurde, kann der Vater der Kinder durch die Deutsche Sporthilfe bei Ausgleichszahlung verkürzt arbeiten und somit die Kinderbetreuung mit absichern. Er beendet mit den Kindern die Hausaufgaben und startet das Nachmittagsprogramm. So chauffiert er sie zum Kinderschwimmen oder zu den Verabredungen mit Schulfreunden. Inzwischen zieht die Mutter längst wieder ihre Bahnen oder schwitzt im Kraftraum.

Perfekt aufeinander abgestimmt

Abends, wenn Papa Christian Schulte eine „Gute-Nacht-Geschichte“ vorliest, sitzt seine Ehefrau in der Bahn und ist auf dem Heimweg. Wenn keine Verspätung eintritt, schafft sie es gerade noch so zum „Gute-Nacht-Kuss“. Später, wenn die Kinder schlafen, erledigt das Ehepaar die Haus- und Büroarbeit, bespricht die wichtigsten Themen und findet dann ein wenig Zeit zur Entspannung. Mit diesem perfekt aufeinander abgestimmten Programm funktioniert das Familienleben – und Daniela Schulte hat sich nach ihrer Babypause damit wieder zurück in die Weltspitze geschwommen.

2011 ein Erfolgsjahr

Bei den Europameisterschaften 2011 in ihrer Heimatstadt Berlin zählte sie zu den fleißigsten Medaillensammlern. Sie wurde viermal Europameisterin, dazu kamen noch eine Silber- und zwei Bronzemedaillen. Drei Monate zuvor bei den Weltmeisterschaften in Antalya schaffte es Daniela Schulte ebenfalls viermal nach ganz oben auf das Treppchen. Dabei stellte sie einen neuen Weltrekord auf. Mit diesen Erfolgen ist sie 18-fache Weltrekordhalterin und 14-fache Weltmeisterin. „Es wäre traumhaft, wenn sich dieses wunderbare Jahr als Sprungbrett für eine erfolgreiche paralympische Saison 2012 erweisen sollte“, sagt die 29-jährige Athletin.

Nach und nach das Augenlicht verloren

Ihre paralympische Karriere hatte sie nach der Geburt der beiden Zwillinge im Jahr 2003 bis zum Herbst 2007 unterbrochen. In Peking machte sie mit dem Gewinn einer Bronzemedaille wieder auf sich aufmerksam. Ihr Handicap entstand durch einen Gendefekt: So hat sie seit ihrem neunten Lebensjahr nach und nach ihr Augenlicht verloren. Daniela Schulte startet in der Klasse S11. Das bedeutet, dass alle Starter eine schwarze Schwimmbrille tragen müssen So genannte „Tapper“ stupsen die Schwimmer am Ende der Bahn mit einem langen Stab an der Schulter als Signal für die Wende. Für die Paralympischen Spiele in London hofft sie natürlich, dass sie die richtigen Stupser erhält, um die Wenden gut zu treffen. Am besten so perfekt wie die Organisation ihres Familienlebens.

Daniela ist Mitglied des Berliner Schwimmteams und wird bereits seit 1996 von Matthias Ulm, Cheftrainer "Paralympics Schwimmen"  trainiert. Das Berliner Schwimmteam ist die erfolgreichste paralympische Trainingsgruppe im Schwimmen in Deutschland. Neben der sportlichen Arbeit erfolgt auch eine Förderung für das soziale Umfeld. Weitere Informationen zu Daniela Schulte und dem Berliner Schwimmteam finden Sie hier

 

 
 

Sport für Alle Partner

Sport für Alle Partner